Dienstag, 9. Februar 2016

Ich war am Samstag bei Ikea - ich arme Irre... oder auch: man bewirft sich mit Fleischbällchen

Natürlich habe ich dort auch was zu Mittag gegessen. Gibt es Jemanden, der nichts bei Ikea isst? Gibt es diese wunderlichen Wesen, die es schaffen, einfach so an den leckeren Salaten und Suppen und Waffeln vorbeizugehen, ohne Hunger zu bekommen?
Na jedenfalls stellte ich fest, dass die meisten Menschen, die entweder ihr Essen erst noch holten oder bereits an Tischen Platz genommen hatten, Köttbullar bestellten und aßen. Köttbullar und Pommes. So richtig deutsch. Pommes und Klopse. Ich fragte mich die ganze Zeit, warum das so ist?! Es gibt doch so leckere andere Dinge dort. Super frischen Salat mit Krabben oder Lachs oder Schnicken, Wraps und Schnittchen mit Räucherlachs. Aber warum immer diese Klops und Pommes? Zumal es keine Kinder waren, die das aßen, sondern überwiegend Erwachsene. Dabei kann man Klopse doch zuhause essen und Pommes im Ofen dazu braten.
Mich irritierte das irgendwie. Ich kann nicht einmal genau sagen, warum. Vielleicht, weil ich feststellte, dass es sooo viele Leute waren. Man hätte quasi auch nur Köttbullar anbieten können. Es ist so schade um all die anderen leckeren Dinge, die es dort gab. Profane Klopse, mit Pommes. Das war des Herzens Begehr. So einfach. Ehrlich, die Salate dort sind sehr lecker, warum essen nicht mehr Menschen die? Die waren auch viel bunter, als das braun-gelb-rot-Gemisch auf dem Teller der Köttbullar-Leute.
Klar, ich esse auch gerne Klopse. Und auch Pommes. Aber wenn ich so leckere andere Sachen dort sehe, dann möchte ich lieber die essen. Auch wenn ich sonst nicht die Salattante bin. Dort bin ich es meistens.
Ich plädiere dafür: esst mehr bunte Salate und Wraps bei Ikea. Die werden sonst weggeschmissen. Und dabei sind sie doch so bunt. Und gesund. Und leckerrrr.

Donnerstag, 4. Februar 2016

Meine Bücherliste

Als Anregung hier für Euch Bücher, die ich in den vergangenen Monaten las.

"Das Rosie-Projekt" - Graeme Simsion

"Im Café der verlorenen Jugend" - Patrick Modiano

"Der Kuss des Einhorns" - Tracy Chevalier

"Vielleicht morgen" - Guillaume Musso

"Knulp" - Hermann Hesse

"Masken der Niedertracht" - Marie-France Hirigoyen

"Der Fall der Mrs Robinson" - Kate Sumerscale

"Der Gefallene des Himmels" - Carlos Ruiz Zafón

"Der Großinquisitor" - Fjodor M. Dostojewski

"Weiße Nächte" - Fjodor M. Dostojewski

"Fräulein Ilse" - Arthur Schnitzler

"Traumnovelle" -Arthur Schnitzler

"Ein ganz neues Leben" Jojo Moyes

"Ein allzu braves Mädchen" - Andrea Sawatzki

"Zwischen den Akten" - Virginia Woolf

Dienstag, 2. Februar 2016

"Jana, sind die Figuren echt oder hast Du sie Dir ausgedacht?" - Wie ich schreibe

In der letzten Zeit haben sich einige Fragen zum Thema "Wie schreibe ich" angesammelt, die ich heute beantworten möchte.

Ich bin wahrscheinlich die chaotischste Schreiberin, die es gibt.
Oft wird gesagt, "macht Euch Notizen, wie der Aufbau der Geschichte sein soll, wie sich die Kapitel gliedern, welche Charaktere Eure Figuren tragen werden. Strukturiert!"
Für viele Menschen mag diese Methode funktionieren. Für mich leider nur in Teilen. Bei all der vorherigen Gliederung und Beschreibung hatte ich immer ein wenig das Gefühl, ich werde eingesperrt. Meine Kreativität und meine Ideen, die vorher im Kopf noch bunt durcheinander wirbelten, wurden zusammengepresst in Teilschritte, sodass mir bei der ganzen Vorbereitung und Beschreibung schon die Lust auf die Geschichte verging. In der Tat ist das so einmal in einer Geschichte passiert, die ich für unbedingt schreibenswert hielt und immer noch halte, die ich eines Tages noch verwirklichen möchte. Aber als ich nun gegliedert, beschriftet, charakterisiert hatte, habe ich die beschriebenen Blätter, auf denen meine Vorbereitungen stattfanden, genervt zur Seite gelegt. Die Geschichte ist bis heute drei Male in unterschiedlicher Art von mir begonnen worden und nicht über die ersten vier Seiten hinausgekommen... Es mag sicher auch daran liegen, dass ich mit meinen Ideen noch nicht ganz zufrieden bin, aber diese ganze Vorarbeit nervte mich schon sehr.
Durch eine gute Vorarbeit ist gewährleistet, dass man sich beim Schreiben nicht im Kreis dreht, immer genau weiß, wo man sich beim Schreiben befindet und jeder Figur im Stück eine genaue Rolle zuordnen kann. Das ist sehr wichtig, gerade bei längeren Texten oder gar einem geplanten Buch. Doch für mich heißt das, ich lasse meine Kreativität fallen. Ich arbeite in einem Korsett, an das ich mich nun zu halten habe, ohne davon abweichen zu können. Was passiert aber, wenn mir das eine Kapitel nicht mehr gefällt und ich es anderes schreiben, oder gar weglassen möchte? Dann passt nichts mehr zusammen und ich kann mit der Strukturierung neu beginnen. Auch das ist mir schon passiert. Dabei vergeht mir allerdings der Spaß am Schreiben und meine Kreativität zieht sich weinend in eine dunkle Ecke zurück. Ich kann so nicht arbeiten ;).

Ich schreibe einfach darauf los. In meinem Kopf entsteht ein Bild, eine Idee. Dieses Bild versuche ich, genau zu beschreiben. Und während ich es beschreibe, entstehen neue Bilder in meinem Kopf und ich beschreibe auch diese, bis schließlich die Geschichte komplett ist. So habe ich nicht das Gefühl, wie bei der o.g. Gliederung und Strukturierung, dass die Geschichte in Zwänge gerät und bereits vor dem Schreiben abgeschlossen ist. Für mich entsteht durch freies Schreiben ein fortlaufender Prozess. Eines fügt sich zum anderen. Ein Bild ergibt das nächste. Auch meine Geschichte baut sich auf. Gewinnt an Personen, an Ereignissen, an Historie. Ich beschreibe, was ich in mir sehe.
Der Nachteil ist, dass ich mich dabei immens verzetteln kann. Drei Mal das Gleiche schreibe, oder die Logik abhandenkommt. Aber he, ich kann alles noch mal umschreiben, ohne das meine Strukturierung in Gefahr gerät, denn ich habe ja keine. ;)
Natürlich ärgert es mich, wenn ich am Ende bei der Kontrolle merke, dass ich mehrmals den gleichen Inhalt, nur mit anderen Worten ausgedrückt, schrieb. Das kostet Zeit, da lässt man auch manchmal Nerven. Aber ich habe nicht das Gefühl, ich würde meine Ideen einsperren. Sie dürfen sich ausbreiten, leben, fließen.

Die Frage, ob ich an real existierende Menschen während des Schreibens denke, kann ich mit JA beantworten. Es ist generell so, dass ich oft über eigene Gefühle, Erfahrungen und Erlebnisse in einem anderen Kontext schreibe. Ich lasse mich durch Menschen und Einflüsse im täglichen Leben inspirieren. Da kommt es eben auch vor, dass ich mich an real existierenden Personen orientierte. Manchmal mehr, als einige ahnen ;). Bis jetzt kann ich aber im Großen und Ganzen für meine Geschichten sagen, dass der überwiegende Teil meiner Figuren meiner Fantasie entspringen.


Nun zu der Frage, wie lange ich für das Schreiben einer Geschichte benötige. Im Schnitt kann man sagen, dass ich eine Stunde schreibe und eine weitere Korrektur lese, vielleicht ist sogar der Anteil des Korrekturlesens ein wenig höher als der des Schreibens. Für meine Kurzgeschichte "Das Heidelbeerkompott" habe ich drei Stunden Zeit benötigt, inklusive der Korrekturen. Korrekturen beinhalten nicht nur die Kontrolle, ob Rechtschreibung und Grammatik korrekt sind, sondern auch, ob es Doppelungen der Sätze gibt, der Satzaufbau stimmt, die Reihenfolge der Szenen korrekt ist und ob die Sätze harmonisch klingen. Erst, wenn alles für mich stimmig ist, ist die Korrektur beendet.
Ich weiß nicht, ob das viel oder wenig ist. Darauf kommt es auch gar nicht an. Es kommt darauf an, dass es Spaß macht, zu schreiben, und darauf, ob ich meine Geschichte so schreiben konnte, wie ich sie mir vorgestellt habe.

Damit kommen wir zum nächsten Punkt: Kannst Du alle Vorstellungen umsetzen, die Du im Kopf hast?
Generell kann man das natürlich. Wenn man sehr exakt arbeitet.... Ich habe aber auch schon einmal eine Geschichte verhauen, weil sie nicht so wurde, wie ich sie mir erträumt hatte. Irgendwann nahm sie eine ganz andere Richtung als von mir gewollt. Blöd, aber ja, das kommt vor. Ich mag die Geschichte bis heute nicht so wirklich, obwohl meine Idee dazu so schön aussah vor meinen inneren Augen. Ja, ich hätte ihr eine andere Wendung geben können, ich war dann aber zu faul, noch einmal fast alles neu zu schreiben.
Gott sei Dank habe ich in meiner Ausbildung das Schreiben mit 10 Fingern gelernt, was es mir ermöglicht, die Worte in der Zeit niederzuschreiben, in der ich sie denke. So spare ich ein wenig Zeit, weil ich nicht jeden Buchstaben suchen muss, sondern "blind", also ohne auf die Tastatur zu sehen, schreiben kann. Das hilft mir ungemein und ich empfehle das Erlernen des 10-Finger-Systems jedem, der täglich oder aber öfter lange Texte schreiben muss.

Ich hoffe, ich konnte Euch einige Fragen zu meinem Schreiben beantworten. Wenn Euch noch mehr einfällt, fragt mich ruhig. Ich antworte Euch, entweder sofort unter der Frage oder aber später in einem neuen Post.