Ich habe ja Urlaub. Und den möchte ich in vollen Zügen auskosten. Also fuhr ich heute nach Schwerin. Die Idee hatte ich schon lange, aber der Entschluss dazu fiel heute morgen, als ich um 6 Uhr aufwachte und merkte, ich würde nicht wieder einschlafen können wegen des vollen Mondes.Kurz nach 9 Uhr in der Frühe fuhr ich los. Ich war vor mehr als 10 Jahren bereits schon einmal in der Landeshauptstadt gewesen, damals mit meinen Eltern. Irgendwie blieb mir aber nur das "SchlossparkCenter" namentlich in Erinnerung. Und das wollte ich auch besuchen. Ich dachte, ich würde wieder solch einen Tag wie in Berlin erleben (Mädchenshoppingtrip nach Berlin). Aber weit gefehlt.
Ich hatte mir zuvor weder einen Stadtplan angesehen, noch mich sonst irgendwie im Netz schlau gemacht, wie die Stadt gelegen ist... vor ca. 1,5 Jahren hätte mich diese Tatsache wahrscheinlich noch in schiere Panik versetzt, weil ich immer etwas brauchte, um mich zu orientieren. Nicht so heute. Das Wetter war herrlich. Sonnig, nicht zu warm. Ich hatte unendlich viel Zeit, bis ich wieder nachhause fahren wollte, denn bei einer Fahrtzeit von nur einer Stunde hin und einer zurück kann man sehr viel an einem Tag unternehmen.
Ich hatte also keine Ahnung, wo genau ich mich in der Stadt befand und ging zuerst auf eine Kirche zu, aus deren Inneren Orgelmusik erklang. Es muss eine Probe gewesen sein, denn die musikalischen Abschnitte waren sehr kurz und von Unterbrechungen durchzogen. Ich machte Fotos, betrachtete das Gemäuer, das filigrane Geländer und ging anschließend weiter in die Stadt hinein.
Auf einmal sah ich vor mir einen Bus für Stadtrundfahrten. Was für eine geniale Idee!! Ohne groß nachzudenken, ging ich auf den Bus zu und stieg zum Mitfahren auf das obere Geschoss, das geöffnet war (voll Cabrio ;) ). Die Preise sind mit 9,50 € und 5,00 € erschwinglich. Die Fahrt dauert 1,5 Stunden, mit einer halben Stunde Unterbrechung vor dem Schloss.
Ein älterer weißhaariger Herr mit Brille erzählte während der gesamten Fahrt etwas zur Geschichte der Stadt oder kleine Anekdoten, die Touristen zum Lachen bringen. Es hat mir gefallen, in welcher Stimmlage er spach und wie er etwas erklärte. Das findet man bei Stadtführern nicht so oft, ich habe schon einige in meinem Leben gehört. Es ging vorbei an alten Straßen mit Fachwerkhäusern, an der Toteninsel, einigen schicken Vorstadtvillen im alten verschnörkelten Stil und schlussendlich hielt der Bus vor dem Schloss.
So gigantisch und schön hatte ich es nicht mehr in Erinnerung. Ein Märchenschloss umgeben von Wasser und weitläufigen Wiesen. Ich fühlte mich sofort wohl in dieser Atmosphäre, die das Gebäude umgab.
Der Schlossgarten präsentierte sich mir an diesem unglaublich sonnigen, fast wolkenlosem Tag in seiner satten Pracht. Ich fühlte mich wie auf einer kleinen Insel im Mittelmeer und genoss das Flanieren entlang der Balustraden und war immer wieder erstaunt über die Schönheit dieses Schlosses.
Selbst eine Grotte besitzt der Garten. Sie gibt den Blick auf den Schweriner See frei. Dort hausen Tauben, Enten und Spinnen.
Enten konnte ich später auch noch einmal sehen, indem ich über eine kleine Brücke ging, die in eine stille Grünzone führt, von Wasser umgeben.
Dieses Schloss lädt so sehr zum Verweilen ein, dass ich gern länger geblieben wäre, aber ich wollte noch mehr von der Stadt sehen.
Ich stieg erneut in den Stadtrundfahrtenbus und ließ mich zu dem Punkt zurückbringen, an dem ich meine Fahrt am Vormittag begonnen hatte. Während der Fahrt entdeckte ich ein kleines Restaurant in dem ich zu Mittag essen wollte, was ich auch wirklich tat und es mir nicht noch einmal anders überlegte, wie es bei mir öfter einmal vorkommen kann. Karotten-Mango-Suppe mit Chillifäden (Fräulein Pummi läßt grüßen ;) ). Mehr Hunger hatte ich bei diesem warmen Wetter nicht.
Später lief ich über den Marktplatz, sah mich in kleinen Läden um und spazierte ziellos durch die Stadt, entlang der alten Häuserfassaden.
Da der Zug zurück nur aller 2 Stunden fährt, hatte ich noch etwas mehr Zeit als gedacht und ich entschloss mich in der Tat, das oben genannte "SchlossparkCenter" zu besuchen. Sagen wir mal so, da ich gerade erst in Berlin war, hat es mich nicht umgehauen. Aber etwas anderes entdeckte ich, an das ich mich sogar wieder erinnerte, als ich es sah. Springbrunnenfroschprinz Ferdinand. Dieser kleine süße Frosch ist von lustigen Wasserspielen umgeben. Ich mochte ihn damals schon und stand auch dieses Mal wieder davor, um Fotos zu machen. (Kindereien entzücken mich nach wie vor ;) )
Ich ging noch in ein Bekleidungsgeschäft, aber ich fand leider nichts Passendes für mich. Mit leichtem Entsetzen stellte ich dann fest, dass es während meines Bummels doch schon später wurde, als ich angenommen hatte und so machte ich mich auf den Rückweg, meinem Instinkt folgend, denn wie gesagt, ich hatte kein Stadtplan. Aber egal, die Stadt ist nicht groß, daher war es kein Problem, zurückzufinden.
Auf dem Weg zum Bahnhof traf ich auf eine schwarze Pferdekutsche mit zwei braunen Pferden, die ich sogar streicheln durfte (was ich nicht gedacht hätte, da die Dame, die die Kutsche lenkte, in Eile zu sein schien.).
Später endete mein Tagesausflug, der so entspannt und schön war, in einem verspäteten, überfüllten Zug. Ach ja...
Ich habe mir ein paar Fotos aus unzähligen Ausgewählt ausgewählt, die ich hier gern zeigen möchte, um Euch nicht mit Bildern zu überfluten.
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| Die Grotte im Schlossgarten |
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| Alte Laternen fand ich schon immer toll. |
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| Die Orangerie des Schlosses |
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| Karotten-Mango-Suppe mit Chillifäden |
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| Bummel in einem kleinen Laden |
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| Frosch Ferdinand - ich wollte ihr abheben und an die Wand werfen, aber er wollte irgendwie nicht...hmm. |
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| Da is er wieder. |
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| Eine Kutsche mit zwei Pferden mitten in der Stadt |








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